
Warum Ihr Laborglas ständig zerbricht – und wie man das verhindert
Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Stück Laborglas einfach so zerbrach – ohne Vorwarnung, ohne äußeren Einfluss? Das ist frustrierend. Meistens passiert das, weil verschiedene Teile des Glases mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten abkühlen, wodurch innere Spannungen entstehen.
Um das zu vermeiden, muss man den „Anlagerpunkt“ finden – jenen Punkt, an dem das Glas stabil genug ist, um die inneren Spannungen loszuwerden, aber nicht so heiß, dass es deformiert oder weich wird.
Der Kampf um 0,1°C
Standardheizgeräte sind unpräzise – sie überschreiten oft die gewünschte Temperatur. Wenn man eine Genauigkeit von 0,1°C erreichen will, dann ist die Verzögerung zwischen Sensor und Heizgerät der größte Feind.
Deshalb verwenden wir Kurzwellinfrarotlampen. Anstatt Zeit mit dem Erwärmen der Luft um das Glas zu verschwenden, leiten diese Lampen die Energie direkt in die Molekülstruktur des Glases selbst. Das geschieht fast sofort.
Aber die Lampe allein reicht nicht aus. Man braucht einen PID-Controller, der die Leistung genau in dem Moment abschaltet, in dem die gewünschte Temperatur erreicht ist. Wenn die Lampe weiterhin Wärme abgibt, nachdem sie ausgeschaltet wurde, wird die Temperatur über der gewünschten Grenze liegen – und das ganze Produkt kann zerstört werden.
Die richtige Ausrüstung
Es handelt sich dabei nicht um gewöhnliche Glühbirnen. Wir verwenden Hochleistungsquarzkörper, da sie den extremen thermischen Belastungen standhalten können, ohne zu zerbrechen. Zudem verwenden wir spezielle Beschichtungen, damit die Wärme nur auf die Glaswände abgegeben wird und nicht das Gehäuse erwärmt wird.
Achten Sie auch auf die Verkabelung: Nutzen Sie nur hochwertige Kabel. Die Wärmeentwicklung ist so intensiv, dass das Gehäuse stark durch die thermische Ausdehnung belastet wird.
Prüfen Sie außerdem Ihre Reflektoren. Wenn sie nicht aus poliertem Aluminium oder vergoldetem Material bestehen, geht etwa 20 Prozent der Energie einfach verloren.
Das richtige Abkühlen
Präzision bedeutet nicht nur, die maximale Temperatur zu erreichen. Der eigentliche Schlüssel liegt im Abkühlvorgang. Wir reduzieren die Infrarotstrahlung in kleinen, präzisen Schritten. Dadurch kühlen Kern und Außenfläche des Glases gleichmäßig ab.
Wenn die Stromversorgung ausgefallen ist oder die Lampe „heiße Punkte“ aufweist, entstehen während des Abkühlvorgangs neue Spannungspunkte. Und wir sind wieder bei dem Problem angelangt: Glas, das ohne erkennbaren Grund zerbricht.